Alexander Steffens
Sportler / Trainer

Deutschlandtour

 

1. Etappe (10.8.13)

Am Samstagmorgen, punkt 7 Uhr, startete ich meine Deutschlandtour an der Deutsch-Österreichischen Grenze nahe Griesen. Da meine Schwester noch erkältet war, musste ich die Tour weitestgehend alleine bewältigen. Dennoch fuhr sie die ersten 72 km bis nach Diessen mit.



In meinem Heimatsort wurden die langen Radklamotten ausgezogen sowie die Radflaschen aufgefüllt. Nach dieser Pause ging es dann weiter Richtung Augsburg. Durch Augsburg hieß es Stop&Go und danach ging es bis nach Langweid am Lech, wo ich nach 145 km meine Mittagspause einlegte. Nach dieser Stärkung ging es weiter in Richtung Öttingen. Leider verpasste ich eine Abzweigung zu nehmen und wurde doppelt bestraft. Denn ich musste die 10 km Umweg gegen den Wind ankämpfen. Nach 8 Stunden 50 Minuten Fahrzeit und 277 km erreichte ich endlich Colmberg mein erstes Etappenziel. Nach einer Stärkung hieß es dann schnell zum Wohnwagen und früh schlafen, um sich so gut es geht für den folge Tag zu erholen.

 
 
 
 
2. Etappe (11.8.13)
Um halb 7 Uhr klingelte der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück hieß es Sachen fertig machen und zum Ausgangspunkt zurückkehren.


Die ersten Kilometer waren eine Qual, denn mir tat der Hintern noch vom Vortag weh. Zum Glück konnte ich nach 10 km wieder normal auf dem Rad sitzen. Und schonkamen auch die ersten Wellen. Nach 60 km durch viele Weinberge, lag endlich ein flacher Abschnitt bis Schweinfuhrt vor mir. Ich dachte ich könne mich hier ein bisschen Ausruhen und Kräfte für die bevorstehenden Anstiege sparen. Falsch gedacht, denn der Wind machte mir ein Strich durch die Rechnung. Nachdem für meine Schwester in Schweinfuhrt schon wieder Schluss war, ging es für mich in den ersten längeren Berg.
 

Dummerweise hatte ich das Höhenprofil nicht mehr ganz im Kopf und dachte, als es in die Abfahrt ging, den Berg, der auf 610 hm führte, hinter mir gelassen zu haben. Nach einer kleinen Pause zum Essen, Trinken und ein wenig Fußball für die Augen, Hieß es weiter Radeln und schon stand ich am Fuß des Berges. Vor mir mehr als 350 Höhenmeter *uff*. Nachdem dieser überwunden war, wartete eine lange Abfahrt auf mich. Leider wurde ich in dieser, wie auch am Vortag, von starkem Gegenwind abgebremst. Unten angekommen, lagen nur noch 60 km und 2 kleinere Hügel vor mir. Am ersten Hügel, auf dem Weg Richtung Gosparode, wechselte der Belag auf einmal und es hieß 3 km Kopfsteinpflaster.

Um meinen eh schon wunden Hintern zu schonen, fuhr ich im Stehen, was mir meine Knie übel nahmen und von dort an schmerzten. So musste ich erneut das Tempo reduzieren. Nachdem ich dann auch den zweiten Hügel hinter mir lies, ging es die letzten km leicht bergab. Trotz dem starken Gegenwind und Knieschmerzen, erreichte ich nach 8 Stunden 30 Minuten Oetmannshausen. Geschafft und Müde ging es im Auto zum Campingplatz bei Eschwege, wo endlich eine warme Dusche und Essen auf mich wartete.


3. Etappe (12.8.13)
Heute lagen laut Planung etwa 180 km vor mir.Davon waren die ersten 100 km noch leicht bergiges Terrain, bevor es flacher werden sollte. Um 7:40 Uhr setze ich mich auf mein Rad.
 
Sofort spurte ich meine Knie und meinen Hintern vom Vortag. Doch heute hatte Gott Mitleid mit mir und es herrschte leichter Rückenwind. Nachdem ich Göttingen erreichte, hieß es wieder Stop&Go durch die Stadt. Das ständige antreten kostete viel Kraft und schmerzte in den Knien. Nachdem ich die Stadt hinter mir lies, fuhr ich noch bis nach Bad Gandersheim, um dort eine Pause einzulegen, da der Wind wieder gedreht hatte. Gestärkt ging es weiter und in einer Abfahrt passierte mir das Missgeschick. Ich verpasste wieder einmal eine Abzweigung und landete fast auf der Autobahn. Zum Glück bemerkte ich meinen Fehler rechtzeitig und hatte nur einen Umweg vom 9 km. Kurz vor Peine kam ich dann wieder auf meine geplante Strecke. Durch Peine hieß es dann wieder Stop&Go. Nach weiteren 20 km erreichte ich dann das eigentliche Etappenziel Ahnsen, wo meine Familie auf mich wartete. Da diese aber weiter nach Lüneburg wollte, lagen nochmal 95 km vor mir. Diese Strecke musste ich aber nicht alleine fahren und ich konnte mich im Windschatten meiner zwei Geschwister etwas schonen.
 
Kurz vor Lüneburg verfuhren wir uns nochmals und der Weg wurde um 10 km länger. Gegen halb 8 am Abend erreichten wir schließlich den Campingplatz. Nach einer Warmen Dusche und Mahlzeit fiel ich total Kraftlos ins Bett.

4. Etappe (Ruhetag)(13.8.13)
Dienstagmorgen hieß es erst mal Ausschlafen, da ich ja schon am Vortag die Hälfte der heutigen Etappe gefahren war. Dies lag daran, dass mein Vater heute Geburtstag hatte. Nach einem ausgiebigen Frühstück entschlossen wir, dass meine Eltern und ich gemeinsam die Tour bis hinter Hamburg radeln. Doch weit kamen wir nicht, denn es fing an zu Gewittern. Ein Blitz nach dem anderen schoss Richtung Boden und machte ein weiterfahren zu gefährlich. So entschloss ich mich dafür morgen die gesamte Strecke von Lüneburg nach Dänemark am Stück zu fahren und wir drehten nach 15 km um. Den restlichen Tag nutze ich dafür mich für meine morgige und auch letzte Etappe zu erholen.

5. Etappe (14.8.13)

Um 6:30 Uhr war es soweit, der Wecker klingelte und es hieß aufstehen. Schwerfällig kämpfte ich mich aus dem Bett. Der Ruhetag hatte nicht den erwünschten Erfolg gebracht und meine Muskeln gelockert, sondern nur Muskelkater hervorgerufen.

Nach einem kleinen Frühstück ging es dann auch schon wieder los. Vor mir die letzten 210 km ohne schwierige Anstiege. Kaum war ich aus Lüneburg draußen pfiff der Wind wieder aus Nordwestlicher Richtung. Auf kleinen Nebenstraßen und Fahrradwegen ging es Richtung Hamburg. Kurz bevor ich die Elbe überquerte bildete sich ein Regenbogen und hieß mich im Bundesland Hamburg willkommen.

 
Bis Hamburg Bergedorf konnte ich trotz Gegenwind einen 31iger Schnitt fahren. Durch Hamburg selber fing es leider stark an zu Regnen und ich wurde innerhalb von 5 Minuten vollkommen durchnässt. Nachdem ich die vielen Ampeln, in Hamburg,  endlich überwunden hatte ging es noch weiter bis Aukrug, wo meine Schwester für die letzten 100 km einstieg. Leider hatte ich, aufgrund der Ampeln und des konzentrieren im Stadtverkehr, vergessen mich ausreichend zu verpflegen, was sich nun bemerkbar machte. Ich hatte mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Übelkeit und Schmerzen zu kämpfen. Dazu kam auch noch der starke Gegenwind und ich musste mich immer wieder Motivieren nicht auf den letzten 100 km aufzugeben. Zum Glück war meine Schwester dabei und konnte mir etwas Windschatten geben. Ich leerte auf den letzten 90 km 4 Radflaschen, eine Cola, 3 Riegel und ein Gel um nicht vom Rad zufallen. Endlich kam das Ortschild Flensburg nun hieß es nur noch durch die Stadt und dann noch 4 km bis zur Grenze. Nach einer kurzen Fotopause in der Bucht wurden auch die letzten Kilometer in Angriff genommen.
 
Nach einem kleinen Anstieg hieß es dann die letzten Meter bis nach Dänemark rollen. Dort angekommen stieg ich erschöpft und mit Krämpfen, aber überglücklich endlich angekommen zu sein, vom Rad.

Jetzt wird sich erst einmal erholt und dann steht ja auch fast schon wieder das 12 Stunden MTB-Rennen vor der Tür.


Gesamt = 1046 km
                 8.579 hm

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Morgen ist es soweit. Ich starte meine Deutschlandtour hinter Garmisch an der Grenze zu Österreich und fahre nach Flensburg zur Grenze nach Dänemark. Leider muss ich die Tour weitestgehend allein fahren, da meine Schwester gesundheitlich nicht die vollen Etappen mitfahren darf.  Wer nen Stück mitfahren will einfach per Mail bei mir melden: stevenss@live.de

Die Tour ist in 5 Etappen geplant:
1. Etappe 267 km     Grenze Österreich nach Colmberg
2. Etappe 240 km     Colmberg nach Oetmannshausen
3. Etappe 179 km     Oetmannshausen nach Ahnsen
4. Etappe 165 km     Ahnsen nach Norderstedt
5. Etappe 151 km     Norderstedt nach Flensburg Grenze Dänemark

= 1001 km +/- Verfahren